CA 2021

Nicht zuletzt seit der Coronapandemie kommt die Lieferkettenproblematik per Klick bis vor unsere Haustüren. Dass damit Kinderarbeit, Ausbeutung und Ungerechtigkeit verbunden sind, ist nicht unwahrscheinlich. All das und noch viel mehr führt zu fragilen Lieferketten, die nicht nur den Menschen und der Umwelt schaden, sondern auch ökonomische Auswirkungen haben.

Wer ist verantwortlich für nachhaltige Lieferketten? Wer haftbar für Verstöße gegen Menschenrechte? Sollten diese Fragen von Nationalstaaten bzw. transnationalen Zusammenschlüssen verhandelt werden, liegen sie in der individuellen Handlungsverantwortung oder sind sie Teil unternehmerischer Pflichten? Freiwillige Initiativen haben bisher zu wenig verändert. Offensichtlich reicht es nicht aus auf Selbstverpflichtung zu setzen. Folglich braucht es bindende Regulierung - hier kommt das Lieferkettengesetz in Spiel.

Im Juni 2021 wurde ein deutsches Lieferkettengesetz beschlossen, welches u. a. als „Zügel für den Kapitalismus“ [1] bezeichnet wird. Auch die EU möchte sich dem Thema unternehmerischer Sorgfaltspflichten annehmen und ein eigenes Lieferkettengesetz verabschieden. Auf dem Papier klingt das zunächst nach einem Sieg engagierter Initiativen. Neben Akteur*innen aus Kirchen, NGOs, Gewerkschaften und Unternehmen wie Vaude, unterstützen auch Konzerne wie Daimler diesen Vorstoß. Kritik äußerten vor allem die großen Wirtschaftsverbände, die sich um die Konkurrenzfähigkeit ihrer Mitglieder sorgen. Den Schutz universeller Menschenrechte entlang der gesamten Wertschöpfungskette sehen sie nicht im Verantwortungsbereich deutscher Unternehmen.
Im Ergebnis scheint niemand vollends mit dem Lieferkettengesetz zufrieden zu sein. Doch worum geht es im Kern bei dieser Diskussion? Es geht um Recht und Gerechtigkeit, Machtverhältnisse und Symbolpolitik. Darüber hinaus stellen sich die Fragen: Warum enden unternehmerische Pflichten häufig vor dem Ende der Wertschöpfungskette? Warum reichen die international anerkannten Menschenrechte als normatives Fundament für eine verlässliche Regulierung nicht aus?

Dieser Thematik möchten wir uns gemeinsam mit Teilnehmenden und Referierenden der Summer School 2021 in verschiedenen Vorträgen, Workshops und Diskussionen widmen. Hierfür laden wir Expert*innen aus Theorie und Praxis ein, um das Thema „Click, Collect, Exploit - Lieferkettengesetz revisited: Wessen Rechte sind verhandelbar?“ aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten.

Hier geht es zum Programm.

Infos zur Anmeldung
Mitmachen können Studierende und Young Professionals aller Fachrichtungen.

Anmeldefrist: 12. September 2021
Anmeldungen per E-Mail an Sebastian Burger mit

  • ein paar Worten zu dir und deiner Motivation für die Teilnahme an der CA 2021
  • einem tabellarischer Lebenslauf oder Ähnlichem

[1]: (Kommentar von Zacharias Zacharakis auf ZEIT ONLINE): https://www.zeit.de/wirtschaft/2021-02/lieferkettengesetz-bundesregierung-deutschland-globalisierung-menschenrechte-umweltschutz-bussgeld